Bückeburg von Norden (Ausschnitt), von A. W. Strack, 1825. Leibarzt Dr. Bernhard Christoph Faust, von G. Osterwald, 1836. Rinteln, von M. Merian, 1647. Gräfin Marie zu Schaumburg-Lippe (+1776) mit Hofmohr Alexander (+ 1789).
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Schaumburger Auswanderer 1820 - 1914


Unter Mitwirkung anderer bearbeitet von Heike Matzke und Heinrich Rieckenberg



Die Personaldaten Schaumburger Auswanderer sind in den 1980er und 1990er Jahren systematisch in einer Datenbank erfasst worden.

Definitionen:

  • Als Auswanderer wurden all jene gefasst, die ihren "Untertanenverband" - legal oder illegal - verließen, sei es dass sie über die Grenze ins benachbarte Ausland heirateten oder als Fabrikarbeiter im nahen Hannover-Linden oder vielleicht in Übersee eine neue Existenz suchten. Nicht aufgenommen wurden wandernde Handwerksgesellen, Wehrpflichtige, die sich durch vorübergehende Absetzung ins Ausland der Einberufung entzogen und steckbrieflich Gesuchte, es sei denn, dass das Auswanderungsland und der Zeitpunkt des Weggangs der Gesuchten bekannt sind. Auch diejenigen Personen, die in Schaumburg kein "Heimatrecht" hatten (weil sie im Ausland geboren und nicht "naturalisiert" worden waren), sind nicht aufgenommen worden.
  • Als Schaumburger werden die in der ehemaligen Grafschaft Schaumburg an der Weser geborenen Einwohner verstanden, die 1647 in zwei Teile geteilt wurde: Der nordwestliche Teil bildete die Grafschaft (seit 1807 das Fürstentum) Schaumburg-Lippe (mit Bückeburg als Residenz), der südöstliche Teil die hessische Grafschaft Schaumburg (mit Rinteln als Regierungssitz). Der hessische Teil kam 1866 unter die Herrschaft Preußens. Seit der Kreisreform von 1977 sind beide Teile im Landkreis Schaumburg wieder vereinigt.

Quellen:
Hauptquellen sind die staatlichen Akten über die Entlassung aus dem Untertanenverband. Sie befinden sich überwiegend im Staatsarchiv Bückeburg, einige Akten im Staatsarchiv Marburg. In den Kommunalarchiven wurden die Abmeldelisten, Heimatscheine o. ä. der Kreis- und Gemeindearchive, soweit sie im Staatsarchiv Bückeburg deponiert sind (Ämter/Kreise Bückeburg, Rinteln und Stadthagen; Städte Bückeburg, Obernkirchen, Sachsenhagen), und der Stadtarchive Rinteln und Stadthagen durchgesehen. Hinzu kommen die amtlichen Ediktialaufgebote über Auswanderer in den "Anzeigen des Fürstentums Schaumburg-Lippe" sowie im "Wochenblatt für die Grafschaft Schaumburg" bzw. "Kreisblatt für die Grafschaft Schaumburg" bzw. in der "Schaumburger Zeitung". Eine weitere wichtige Quelle bilden die Kirchenbücher mit ihren Vermerken über Auswanderer und die von den Pfarrern angelegten Seelenlisten in den Pfarrarchiven. In Einzelfällen sind auch Bremer Passagierlisten ausgewertet worden, da sich die meisten Schaumburger Auswanderer nach Übersee in Bremen einschifften. - Wenn nichts anderes ausdrücklich vermerkt wird, bezieht sich die Quellenangabe auf das NLA -Staatsarchiv in Bückeburg. Kopien der Einträge können - soweit die Quellen dort verwahrt werden - schriftlich beim NLA -Staatsarchiv Bückeburg- bestellt werden. Filme der Passagierlisten sind an der Forschungsstelle für niedersächsische Auswanderer in den USA an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg verfügbar.

Veröffentlichungen:
Die Daten sind gedruckt als Heft 48 (1988) und Heft 54 (1995) der Reihe "Schaumburger Studien" erschienen. Auf die Vorworte dieser beiden Bände wird verwiesen.




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