Projekte der Historischen Arbeitsgemeinschaft
Auswanderer
Im Anschluss an die Habilitationsschrift von Karl H. Schneider über Schaumburg in der Industrialisierung beschäftigte sich ein Projekt mit den Problemen rund um die Industrialisierung und Demokratisierungsbewegung des 19. Jahrhunderts. In diesem Rahmen wurde das ergänzende Verzeichnis der Schaumburger Auswanderer (Heike Matzke) bearbeitet und ein Verzeichnis der Quellen zur Geschichte des Schaumburger Bergbaus (Susanne Riedmayer) angefertigt. Eine Tagung mit anschließender Veröffentlichung der Vorträge in einem Sammelband (Vom Ständestaat zur freiheitlich-demokratischen Republik. Etappen in Schaumburg, hg. v. Hubert Höing) gehört ebenso in diesen Zusammenhang wie die Aufarbeitung der Geschichte der Schaumburger Stände (Annette von Stieglitz) und eine Foto-Dokumentation der Sachüberreste des Schaumburger Bergbaus.
Schaumburgische Bibliographie
Mit wachsender Zeit und anschwellender Flut an Literatur wird die 1964 erschienene Schaumburgische Bibliographie immer unzureichender. Die Historische Arbeitsgemeinschaft hat angeregt, die veraltete Bibliographie neu aufzulegen, ein Projekt, das längerfristig angelegt ist und durch Datenbanksysteme nicht wirklich ersetzt wird. Das Vorhaben (bearb. v. Ines Liebigke) ist durch mehrere Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (gefördert durch das Arbeitsamt Stadthagen) und Zuschüsse des Fürstenhauses einen gewaltigen Schritt vorangekommen, wenn auch noch nicht am Ziel angelangt. Um jedoch die Öffentlichkeit schon auf dem Wege zum Ziel am Nutzen der Vorarbeiten teilhaben zu lassen, ist der alphabetische Katalog im unfertigen aktuellen Stand der Bearbeitung hier eingestellt worden.
Geschichtliches Ortsverzeichnis für Schaumburg (GOV)
Das Geschichtliche Ortsverzeichnis für Schaumburg (bearb. von Dr. Gudrun Husmeier unter Verwendung der Vorarbeiten von Dr. Martin Fimpel) ist ein alphabetisches Nachschlagewerk zur Geschichte aller Siedlungen innerhalb der Grenzen der Kreise Grafschaft Schaumburg und Schaumburg-Lippe von 1964 sowie des Kreises Schaumburg von 1978. Entsprechend den Regeln der Gesamtreihe für Niedersachsen werden in knapper Form und systematischer Gliederung Daten und Fakten zur Geschichte jedes Ortes - von den Namensformen über die erste Nennung bis zur Verwaltungszugehörigkeit, zur Wirtschaft und Statistik - erfasst. Durch die gezielt angelegte Vergleichsmöglichkeit ortsgeschichtlicher Daten eröffnet es die Chance, Schaumburg auf Ortsebene flächendeckend nach feststehenden sachlichen Kriterien zu untersuchen. Nicht nur die wenigen Städte kommen dabei in den Blick, sondern auch alle anderen fassbaren Siedlungen einschließlich der Wüstungen.
Das GOV ist als Band 68 in den Schaumburger Studien erschienen. Exemplarisch wird hier der Artikel „Bückeburg“ in Gänze vorgestellt.
Eheprotokolle
In den Eheprotokollen (auch: Eheberedungen bzw. Ehebeschreibungen) des Amtes Stadthagen liegt eine serielle Quelle vor. Sie beginnen im Jahr 1582, d. h. früher als die ältesten Kirchenbücher des Amtes (Probsthagen 1604), und reichen fast lückenlos bis weit in das 19. Jahrhundert hinein. Ihr Wert für die Genealogie, die Bevölkerungsgeschichte, die Volkskunde, die Sozialgeschichte usw. ist demnach kaum zu überschätzen. Nach einem Formular, das aus 24 Kategorien besteht, werden die Eheprotokolle systematisch erfasst (Bearb.: Margarete Sturm-Heumann und Rolf Glück). Der erste und zweite Teil (bearb. von Margarete Sturm-Heumann) sind erschienen (vgl. Inventare und kleinere Schriften, 9 und 10).
Biographisches Sammelwerk für Schaumburg
Unter dem Titel "Schaumburger Profile" werden in lexikalischer Form Biographien von Personen veröffentlicht, die in oder für Schaumburg von Bedeutung waren. Nach und nach soll eine Reihe von Bänden erscheinen, je nach dem Fortschreiten der biographischen Arbeiten. – Die Biographien sind einheitlich aufgebaut; sie enthalten wenn vorhanden ein Porträt, persönliche Daten (Lebensdaten, Familie), eine Schilderung der beruflichen oder politischen Karriere und eine Würdigung. Das Hauptgewicht der Darstellung liegt auf der Tätigkeit in Schaumburg. Abschließend folgen ein Quellennachweis, weiterführende Literatur und ein Porträtsnachweis.
Der 1. Band ist erschienen als Band 66 in den Schaumburger Studien.